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In der That, der Maler hatte fuͤr Franz den I. und im Auftrag dieſes Koͤnigs, das Leben der heiligen Maria von Egypten in Fresko gemahlt; nun aber hatte der Kuͤnſtler, ein treuherziger Bildermacher und großer Freund der Wahrheit, wo nicht der der anatomiſchen, doch zum Mindeſten der hiſtoriſchen, unter der Zahl der intereſſanteſten Gegenſtaͤnde dieſes Lebens, an einem am Meiſten ins Auge fallenden Orte der Kapelle den wun⸗ derlichen Moment angebracht, wo die heilige Maria, welche kein Geld hatte um den Schiffer zu bezahlen, ſich ſelbſt als Bezahlung fuͤr ihre Ueberfahrt anbietet.
Jetzt aber muͤſſen wir zur Anerkennung der Wahr⸗ heit ſagen, daß, trotz der Verehrung der Glaͤubigen fuͤr die bekehrte Maria von Egypten, gar viele ehrbare Frauen des Viertels fanden, daß der Maler dieſen Ge⸗ genſtand haͤtte weglaſſen oder ihn zum Mindeſten auf eine minder ungekuͤnſtelte Weiſe haͤtte behandeln koͤnnen, und der Grund, den ſie angaben, oder den ſie vielmehr nicht angaben, war, daß gewiſſe Umſtaͤnde des Fresko⸗ bildes zu oft die Augen der jungen Ladenburſchen ab⸗ wandten, welche ihre Herrn, die Tuchkraͤmer, an Sonn⸗ und Feſttagen mit ſich in die Kirche nahmen.
Buſſy blickte le Haudoin an, welcher, auf einen Augenblick Ladenburſche geworden, dieſem Gemaͤlde eine große Aufmerkſamkeit ſchenkte.
— Haſt Du etwa die Abſicht, ſagte er zu ihm, mit Deiner Kapelle der heiligen Maria von Egypten ana⸗ kreontiſche Gedanken in mir entſtehen zu laſſen? Wenn


