Teil eines Werkes 
4. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 57—

auf den Kloſtergarten! Ich wette, daß Ihr ſie bis auf

den heutigen Tag niemals bemerkt habt!

— In der That, ſagte Buſſy, ich kannte ſie nicht.

Und Buſſy war nicht der einzige Adelige, welcher niemals dieſe Kirche der heiligen Maria von Egypten betreten hatte, eine ausſchließlich von den Volksklaſſen beſuchte Kirche, auch unter dem Namen der Kapelle Quoqheron bekannt war.

— Nun denn, ſagte Remy, jetzt, wo Ihr wißt, wie dieſe Kirche heißt, gnaͤdiger Herr, und Ihr das Aeußere derſelben hinlaͤnglich betrachtet, ſo laßt uns in dieſelbe eintreten, und Ihr werdet die gemalten Schei⸗ ben des Schiffes ſehen, ſie ſind ſehenswerth.

Buſſy blickte le Haudoin an, und er ſah auf dem Geſichte des jungen Mannes ein ſo freundliches Laͤcheln, daß er verſtand, der junge Arzt habe einen anderen Zweck dabei, ihn in die Kirche treten zu laſſen, als nur die Fenſterſcheiben zu ſehen, die man nicht ſehen konnte, weil es Nacht war.

Aber es gab dort noch etwas Anderes, das man ſe⸗ hen konnte, denn das Innere der Kirche war fuͤr das Abendgebet erleuchtet: naͤmlich die kunſtloſen Malereien des XVI. Jahrhunderts, wie deren Italien Dank ſeinem ſchoͤnen Klima noch viele aufdewahrt hat, waͤhrend bei uns die Feuchtigkeit auf der einen Seite und die Zer⸗ ſtoͤrungswuth auf der anderen an unſeren Waͤnden dieſe Ueberlieferungen eines verfloſſenen Zeitalters und dieſe Beweiſe eines Glaubens, der nicht mehr beſteht, um die Wette ausgeloͤſcht haben.