Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Dritte Abteilung], Ange Pitou : 1.-4. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
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Aber ich kann durch dieſe Oeffnung ſchlüpfen, ſagte der Doctor.

Nein! nein! antworteten alle Stimmen;war⸗ ten Sie!

Alle Anweſende vereinigten ihre Kräfte in einer gemeinſchaftlichen Anſtrengung. Die Einen ſchoben ein Brecheiſen zwiſchen die Mauer und die Thüre, Andere ließen einen Hebel am Schloß ſpielen; wieder Andere druckten und ſtießen mit ihren angeſtemmten Schultern und ihren krampfhaft zuſammengezogenen Händen; das Eichenholz ließ ein letztes Krachen hören, die Wand ſchieferte ſich, und Alle ſtürzten mit einander durch die zerbrochene Thür, durch die abgeſtoßene Mauer wie ein Stroöm in das Innere des Gefängniſſes. Gi bert befand ſich in den Armen von Pitou und von Billot.

Gilbert, der kleine Bauer vom Schloſſe Taverney, Gilbert, den wir in ſeinem Blute gebadet in einer Grotte der Azoren gelaſſen haben, war nun ein Mann von vier und dreißig bis fünf und dreißig Jah⸗ ren, von bleicher, aber nicht krankhafter Geſichtsarbe, mit feſten, eigenwilligen Augen; nie verlor ſich ſein Biick umherirrend im Naume; heftete er ſich nicht auf einen äußeren Gegenſtand, der ihn zu feſſeln würdig war, ſo heftete er ſich auf ſeinen eigenen Gedanken und wurde darum nur um ſo düſterer und tiefer; ſeine Naſe war gerade und ſtand mit ſeiner Stirne durch eine directe Linie in Verbindung; ſie überragte eine ſtolze Oberlippe, welche durch einen leichten Zwiſchenraum, der ſie von ihrer Unterlippe trennte, den blendenden Schmelz ſeiner Zähne ſehen ließ. In gewöhnlichen Zeiten war ſein Anzug einfach und ſtreng, wie der eines Quäkers. Doch dieſe Strenge gränzte durch die außerordentliche Reinlichkeit an die Eleganz. Sein etwas mehr als mittlerer Wuchs war ſchön geformt; was ſeine ganz nervöſe Stärke betrifft, ſo haben wir ſo eben geſehen, wie weit ſie in einer erſten Bewegung der Gereiztheit gehen konnte, mochte dieſe Gereiztheit