Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

133.

Ja: dieſer Cavalier, wie konnte ich ihn ein⸗ holen?

Sie kennen ihn jedoch?

Man nennt ihn Monſeigneur; das iſt Alles, was ich weiß.

Die Königin ſchlug ſich mit gedrängter Wuth vor

die Stirne und rief:

Fahren Sie fort; am Dienſtag habe ich eine Roſe gegeben... und am Mittwoch?

Am Mittwoch haben Sie Ihre beiden Hände zu küſſen gegeben.

Ohl murmelte ſie, indem ſie ſich in die Hände biß⸗ Am Donnerſtag endlich, geſtern?

Geſtern haben Sie anderthalb Stunden mit die⸗ ſem Mann in der Apollo⸗Grotte zugebracht, wo Sie Ihre Begleiterin allein gelaſſen hatte.

Die Königin ſtand ungeſtüm auf.

Und... Sie... haben mich... geſehen? ſagte ſie jede Sylbe abſtoßend.

Charny hob eine Hand zum Himmel empor, um zu ſchwören.

Oh!... er ſchwört! rief die Königin ebenfalls von der Wuth fortgeriſſen.

Charny wiederholte feierlich ſeine anklagende Geberde.

Mich? mich? ſagte die Königin, indem ſie ſich an den Buſen klopfte,mich haben Sie geſehen 2*

Ja, Sie, am Dienſtag trugen Sie Ihr grünes Kleid mit goldmoirirten Streifen; am Mittwoch Ihr Kleid mit blauem und roſtfarbigem Aſtwerk. Geſtern Ihr braungelbes Kleid, das Sie an hatten, als ich Ihnen zum erſten Male die Hand küßte. Sie waren es! Sie waren es! Ich ſterbe vor Schmerz und Scham, indem ich Ihnen auf mein Leben, auf meine Ehre, auf meinen

Gott ſage, Sie waren es, Madame! Sie waren es!

Die Königin ging mit großen Schritten auf der