Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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LXIV. Das Rendezvouns.

Kaum war Herr von Charny auf ſeinen Gütern angekommen, kaum hatte er ſich nach den erſten Be⸗ ſuchen in ſeine Wohnung eingeſchloſſen, als ihm der Arzt Niemand mehr zu empfangen und das Zimmer zu hüten verordnete, was mit einer ſolchen Strenge ausgeführt wurde, daß nicht ein Bewohner des Kan⸗ tons den Helden des Seetreffens mehr erblickte, welches ſo viel Lärmen durch ganz Frankreich gemacht hatte, während alle junge Mädchen ihn zu ſehen ſuchten, weil er anerkannt tapfer war und man ihn ſchön nannte.

Charny war indeſſen nicht ſo krank an Körper, als man glaubte. Er hatte nur ein Uebel im Herzen und im Kopf, und guter Gott! welch ein Uebel... einen ſcharfen, unabläſſigen, unbarmherzigen Schmerz, den Schmerz einer Ertnnerung, welcher brannte, den Schmerz eines Beklagens, welcher zerriß.

Die Liebe iſt nur ein Heimweh: der Abweſende beweint ein ideales Paradies, ſtatt ein materielles Vaterland zu beweinen.

Herr von Charny hielt es nicht drei Tage aus. Wüthend, alle ſeine Träume durch die Unmsglichkeit entkräftet, durch den Raum zu nichte gemacht zu ſehen, ließ er die von uns erwähnte Verordnung des Arztes den ganzen Kanton durchlaufen; dann übertrug Olivier die Bewachung ſeiner Thüren einem erprobten Diener und ritt in der Nacht aus ſeinem Schloſſe auf einem ſehr ſanften und ſehr raſchen Pferde weg. Nach acht Stunden war er in Verſailles, wo er ein kleines Haus hinter dem Park durch die Vermittelung ſeines Kammer⸗ dieners miethete.

Dieſes Haus, das ſeit dem tragiſchen Tod von einem von den adeligen Jägermeiſtern, der ſich den