Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Zweite Abteilung, Das Halsband der Königin : 10. und 11. Bändchen (1850) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Oh! wie viele Dinge hätte ich Ihnen zu ſagen, wäre ich je ſo glücklich, mit Ihnen zu plaudern. Es gibt ſo viele Einzelnheiten, die man nicht ſchreiben kann.

„Ihr erſtes Billet iſt von Niemand aufgehoben worden, wenn nicht von einem ſchmutzigen Lumpen⸗ ſammler, der vorüberging, doch ſolche Leute können nicht leſen, und für ſie iſt Blei Blei.

Ihre Freundin Oliva Legay. Oliva unterzeichnete mit allen ihren Kräften. Sie machte der Gräfin das Zeichen des Abwickelns

eines Fadens. Sie wartete dann, bis der Abend kam,

und ließ den Knäuel auf die Straße hinabrollen.

Jeanne war unter dem Balcon, ergriff den Faden und nahm das Billet ab, lauter Bewegungen, welche ihre Correſpondentin an dem Faden, der als Leiter diente, bemerkte, und kehrte in ihr Haus zurück, um zu leſen. 3

Nach einer halben Stunde knüpfte ſie an die be⸗ glückende Schnur ein Billet folgenden Inhalts:

„Man thut Alles, was man will... Sie werden nicht unabläſſig bewacht, da ich Sie immmer allein ſehe... Sie müſſen alſo alle Freiheit haben, die Leute zu empfangen, oder vielmehr ſelbſt auszugehen. Wie wird Ihr Haus geſchloſſen? mit einem Schlüſſel? Wer hat dieſen Schlüſſel? nicht wahr, der Mann, der Sie beſucht? Bewacht er dieſen Schlüſſel ſo hart⸗ näckig, daß Sie ihn nicht entwenden oder einen Abdruck davon nehmen können?... Es handelt ſich nicht darum, Böſes zu thun, ſondern Ihnen einige Stunden der Freiheit, ſüße Spaziergänge am Arme einer Freundin zu verſchaffen, die Sie über all Ihr Unglück tröſten und Ihnen mehr geben wird, als Sie verloren haben. Es handelt ſich ſogar, wenn Sie durchaus wollen, um die gänzliche Freiheit. Wir wollen dieſen Gegenſtand bei der erſten Zuſammenkunft, die wir haben werden, in allen ſeinen Einzelnheiten verhandeln.“