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Lackeien, der eine Fackel in der Hand trug, beleuchtete den Weg, ohne das Geſicht zu beleuchten.
Charny traf auf den Stufen nur mehrere Offieiere, ſeine Freunde, welche zeitig genug benachrichtigt wor⸗ den waren, daß ſein Abgang nicht das Anſehen einer Flucht hatte.
Von dieſen heiteren Gefährten bis an den Wagen begleitet, konnte Charny ſeinen Augen wohl erlauben, an den Fenſtern umherzuſchweifen; die der Königin glänzten von Licht. Ein wenig leidend, hatte Ihre Majeſtät die Damen in ihrem Schlafzimmer em⸗ pfangen.
Düſter und ſchwarz, verbargen die Fenſter von Andrée hinter den Falten ihres Damaſtvorhangs eine hanz angſterfüllte, ganz zitternde Frau, welche, ohne
emerkt zu werden, jeder Bewegung des Kranken und ſeines Geleites folgte.
Der Wagen fuhr endlich ab, doch ſo langſam, daß man jedes Hufeiſen der Pferde auf dem ſchallenden Pflaſter hörte.
„Wenn er nicht mir gehört, ſo gehört er doch we⸗ nigſtens Niemand mehr,“ murmelte Andrée.
„Erfaßt ihn wieder die Luſt, zu ſterben,“ ſagte der Doctor, während er in ſeine Wohnung zurückkehrte, „ſo wird er doch wenigſtens weder bei mir, noch in meinen Händen ſterben. Der Teufel hole die Seelen⸗ krankheiten, man iſt nicht der Arzt von Antiochus und Stratonike, um ſolche Krankheiten zu heilen.“
Charny kam geſund und wohlbehalten in ſeinem Hauſe an. Der Doctor beſuchte ihn am Abend und fand ihn ſo gut, daß er ihm ſogleich ankündigte, es ſei dies ſein letzter Beſuch.
Der Kranke aß von einer Hühnerbruſt und einen Löffel voll eingemachtes Obſt von Orleans.
Am andern Tag erhielt er einen Beſuch von ſeinem Oheim, Herrn von Suffren, einen von Herrn von
Das Halsvand der Koͤnigin. III. 2


