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Im höchſten Grade verlegen, beſchloß Louis, der ſich nicht auf die Autorität des Königs ſtützen konnte, denn der Kranke ſtützte ſich auch darauf, zu der Königin zu gehen und ihr Alles zu ſagen, und er benuͤtzte, um dieſen Schritt zu thun, einen Augenblick, wo Charny, müde durch das Erzählen ſeiner Träume und das Her⸗ beirufen ſeiner Viſion, ſchlief.
Er fand Marie Antoinette ganz nachdenkend und ganz ſtrahlend zugleich, denn ſie dachte, der Doctor würde ihr gute Nachricht von ſeinem Kranken bringen.
Aber ſie war ſehr erſtaunt; gleich bei ihrer erſten Frage antwortete Louis gerade heraus, der Kranke ſei ſehr krank.
„Wie!“ rief die Königin,„geſtern ging es ſo gut.“
„Nein, Madame, es ging ſehr ſchlecht.“
„Ich ſchickte doch Miſery zu Ihnen, und Sie ant⸗ worteten mir durch ein gutes Bulletin.“
Ich gab mich einer tollen Hoffnung hin und wollte Sie hoffen laſſen.“
„Was ſoll das bedeuten?“ erwiederte die Königin ſehr bleich;„wenn es ſchlecht geht, warum es mir ver⸗ bergen? Was habe ich zu befürchten, Doctor, wenn nicht ein leider zu gewöhnliches Unglück?“
„Madame...“
„Und wenn es gut geht, warum mich in eine Un⸗ ruhe verſetzen, die ganz natürlich iſt, da es ſich um einen guten Diener des Königs handelt? Antworten Sie alſo offenherzig mit ja oder nein. Wie ſteht es mit der Krankheit? Wie ſteht es mit dem Kranken? Iſt Gefahr vorhanden?“
1„Für ihn noch weniger, als für Andere, Ma⸗ ame.“
„Da fangen die Räthſel an,“ rief die Königin ungeduldig.„Erklären Sie ſich.“
„Das iſt ſchwer,“ antwortete der Doctor.„Es ge⸗ nüge Ihnen, zu erfahren, daß das Uebel des Grafen von Charny ein ganz moraliſches iſt. Die Bunde iſt


