LII. Delirium.
Gott hatte ohne Zweifel das Gebet von Andrée gehört. Herr von Charny unterlag nicht ſeinem Fieber⸗ anfall.— Am andern Tage, als ſie voll Gierde alle Nach⸗ richten verſchlang, die ihr von dem Verwundeten zu⸗ kamen, ging dieſer durch die Pflege des guten Dortor Louis vom Tode zum Leben über. Die Entzündung hatte der Energie und dem Gegenmittel nachgegeben. Die Heilung begann.
Sobald Charny gerettet war, beſchäftigte ſich Louis um die Hälfte weniger mit ihm; der Gegenſtand hörte auf, intereſſant zu ſein. Für den Arzt iſt der Lebende ſehr wenig, beſonders wenn er in der Wiedergeneſung begriffen, oder wenn er ſich wohl befindet.
Nur, nach Verlauf von acht Tagen, in denen ſich Andrée völlig beruhigte, hielt es Louis, der alle Offen⸗ barungen des Kranken während der Kriſe auf dem Herzen hatte, für gut, Charny an einen entfernten Ort bringen zu laſſen. Er wollte das Delirium in ein anderes Land verſetzen.
Aber Charny weigerte ſich bei den erſten Verſuchen, welche gemacht wurden. Er ſchlug von Zorn funkelnde Augen zum Doctor auf und ſagte ihm, er ſei beim König, und Niemand habe das Recht, einen Mann wegzujagen, dem Seine Majeſtät ein Aſyl gebe.
Das Halsband der Koͤnigin. III. 1


