Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Mein Herr!

Ohl erſchrecken Sie nicht; ich ſage Ihnen nicht, ich habe Sie reizend gefunden; nein, das würde auf Sie die Wirkung einer Liebeserklärung machen, und das iſt nicht meine Abſicht. Ich bitte, weichen Sie nicht zurück, Sie nöthigen mich, zu ſchreien, wie ein Tauber.

Was wollen Sie denn? verſetzte Oliva naiv.

Ich weiß, daß Sie gewohnt ſind, ſich ſchön nennen zu hören, fuhr der Unbekannte fort;ich, der ich dieß übrigens auch denke, habe Ihnen etwas Anderes vor⸗ zuſchlagen.

Mein Herr, Sie ſprechen wahrhaftig in einem Ton mit mir..

Brauſen Sie nicht auf, ehe Sie mich gehört haben.... Iſt Jemand hier verborgen?

Niemand iſt hier verborgen, aber..

Wenn Niemand hier verborgen iſt, ſo ſprechen wir ohne Scheu. Was würden Sie zu einem kleinen Bündniß zwiſchen uns ſagen?

Ein Bündniß... Sie ſehen wohl...

Sie verwechſeln abermals. Ich ſage Ihnen nicht, Bund, ſondern Bündniß. Ich ſpreche nicht von Liebe, ſondern von Geſchäften.

Was für Geſchäfte meinen Sie? fragte Oliva, deren Neugierde ſich durch ein ſichtbares Erſtaunen verrieth.

Was thun Sie den ganzen Tag?

Aber...

Seien Sie ohne Furcht; es fällt mir nicht ein, Sie zu tadeln; ſagen Sie mir, was Ihnen beliebt.

Ich thue Nichts, oder mindeſtens ſo wenig, als möglich. 4

Sie ſind träge. Oh!

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Sehr gut. Oh! Sie ſagen, ſehr gut?