Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Zweite Abteilung], Das Halsband der Königin : 1.-4. Bändchen (1849) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Mein Herr, ich ſetze voraus, daß Sie ein gutes Diner gemacht haben.. 3

Ja, Monſeigneur.

Nicht wahr, ich habe Ihnen die Liſte der Gäͤſte übergeben laſſen?

Und ich habe die Zahl wohl behalten; neun Cou⸗ verts, iſt es nicht ſo, Monſeigneur?

Es iſt ein großer Unterſchied unter den Couverts, mein Herr!

Ja, Monſeigneur... aber...

Der Marſchall unterbrach den Haushofmeiſter mit einer durch Majeſtät gemäßigten Bewegung der Ungeduld:

Aber.. iſt keine Antwort, mein Herr, und ſo oft ich das Wort aber höre, und ich habe es ſeit

achtundachtzig Jahren oft gehört, nun wohl! ſo oft

ich dieſes Wort gehört ich bin in Verzweiflung dieß Ihnen ſagen zu müſſen iſt es immer der Vor⸗ läufer einer Albernheit geweſen.

Monſeigneur!...

Vor Allem, um wie viel Uhr laſſen Sie mich ſpeiſen?

Monſeigneur, die Bürgersleute ſpeiſen um zwei Uhr, die Robe*) um drei Uhr, der Adel um vier Uhr.

Und ich, mein Herr?

Monſeigneur wird heute um fünf Uhr ſpeiſen.

Ho!l hol um fünf Uhr!

Ja, Monſeigneur, wie der König.

Und warum wie der König?

Weil auf der Liſte, die Monſeigneur mir zu über⸗ geben die Gnade gehabt hat, ein Koͤnigsname ſteht.

Keineswegs, mein Herr, Sie täuſchen ſich; unter meinen heutigen Gäſten ſind nur einfache Edelleute.

Monſeigneur beliebt es ohne Zweifel, mit ſeinem

unterthänigſten Diener zu ſcherzen, und ich danke ihm für die Ehre, die er mir erweist. Doch der Herr

Die Rechisgelehrten.