270
aller menſchlichen und natürlichen Herrlichkeiten, blen⸗ deten den Gefangenen wie ein Blitz, der in ſeinen Kerker gedrungen wäre.
Trotz des geringen Eifers, mit dem ihm ſein Ge⸗ fährte geantwortet, wenn er ihn über ſein eigenes Schickſal befragt hatte, wagte er es zum letzten Mal, ihn über all dieſes Gedränge zu fragen, von dem er glauben mußte und konnte, es ſei ihm völlig fremd.
„Ich bitte, was iſt das, Herr Lieutenant?“ fragte er den Officier, der ihn zu geleiten beauftragt war.
„Es iſt ein Feſt, wie Ihr ſehen könnt, mein Herr,“ antwortete der Officier.
„Ahl ein Feſt!“ ſagte Cornelius mit jenem traurig gleichgültigen Ton eines Menſchen, dem ſeit kanger Zeit keine Freude dieſer Welt mehr angehört.
Dann, nachdem er einen Augenblick geſchwiegen, und als der Wagen ein paar Schritte fortgerollt war, fragte er weiter:
„Das Patronalfeſt von Harlem? denn ich ſehe Blumen.“
„Es iſt in der That ein Feſt, wobei die Blumen die Hauptrolle ſpielen, mein Herr.“ ͤ
„Oh! die ſüßen Wohlgerüche! ohl die ſchönen Farben!“ rief Cornelius.—
„Haltet an, daß der Herr ſehen kann,“ ſagte mit einer von jenen Bewegungen ſanften Mitleids, die man nur bei Militären findet, der Officier zu dem mit der Rolle des Poſtillon beauftragten Soldaten.
„Oh! Herr, ich danke für Eure Gefälligkeit,“ er⸗ wiederte van Baerle ſchwermüthig;„aber die Freude der Andern iſt eine ſehr ſchmerzliche Freude, ich bitte Euch daher, erſpart ſie mir.“
„Nach Eurem Belieben; vorwärts alſo. Ich be⸗ fahl, zu halten, weil Ihr mich fragtet, und weil Ihr für einen Liebhaber der Blumen geltet, beſonders der⸗ jenigen, deren Feſt man heute feiert.“


