257
Stadt geführt worden ſind und, damit das Beiſpiel größer wäre, ihre Strafe vor ihrem eigenen Hauſe zu erdulden hatten. Das hängt von den Umſtänden ab.“
Cornelius machte ein Zeichen des Dankes.
Dann ſagte er zu ſich ſelbſt:
„Ahl ſchön, ſchön, das iſt ein Junge, der nie ver⸗ fehlt, einen Troſt anzubringen, wenn ſich eine Gelegen⸗ heit bietet. Bei meiner Treue, Freund, ich bin Euch ſehr verbunden. Gott befohlen!“
Der Wagen fuhr ab. „Ha! Böſewicht, ha! Schurke!“ brüllte Gryphus,
der ſeinem Opfer, das ihm entging, die Fauſt wies. „Und der Kerl geht, ohne mir meine Tochter zurückzu⸗
geben!“— „Führt man mich nach Dortrecht,“ ſagte Cornelius,
„ſo werde ich im Vorbeigehen ſehen, ob meine Beete ſtark verwüſtet worden ſind.“
XXIX.
Worin man zu vermuthen anfängt, welche Strafe Cornelins van Baerle vorbehal⸗ en war.
Der Wagen rollte den ganzen Tag. Er ließ Dortrecht links, fuhr durch Rotterdam und erreichte Delft. Um fünf Uhr Abends hatte man wenigſtens zwanzig Meilen gemacht.
Cornelius richtete einige Fragen an den Officier, der ihm zugleich als Wächter und als Gefährte diente; doch ſo vorſichtig dieſe Fragen auch waren, ſie blieben zu ſeinem Verdruß unbeantwortet.. Cornelius bedauerte, daß er nicht an ſeiner Seite jenen ſo gefälligen Wächter hatte, welcher ſprach, ohne ſich bitten zu laſſen. Er hätte ihm ohne Zweifel über
Die ſchwarze Tulpe. 2 17
——


