327
Porthos ſah äußerſt ſchwermüthig aus.
„Was für ein Teufelsgeſicht macht ihr denn, Porthos, und welch eine ſonderbare Miene habt Ihr für einen Sieger!“ rief d'Artagnan.
„Aber Ihr ſelbſt,“ verſetzte Porthos,„Ihr kommt mir ſehr bewegt vor?“
„Es iſt auch Grund dazu vorhanden; denn ich habe ſo eben einen alten Freund getödtet.“
„Wirklich!“ ſprach Porthos.„Wen denn?“
„Den armen Grafen von Rochefort.“
„Nun, das iſt gerade wie bei mir. Ich habe einen Menſchen getödtet, deſſen Geſicht mir nicht un⸗ bekannt iſt. Leider ſchlug ich ihn an den Kopf und in einem Augenblick war das ganze Geſicht voll Blut.“
„Und er hat im Fallen nichts geſagt?“
„Doch; er ſagte: Uf!“-
„Ich begreife,“ verſetzte d'Artagnan, der ſich des Lachens nicht enthalten konnte,„ich begreife, daß es Euch nicht ſehr in's Klare brachte, wenn er nichts An⸗ deres geſagt hat.“
„Nun, mein Herr?“ fragte die Königin.
„Madame,“ erwiederte d'Artagnan,„die Straße iſt vollkommen frei, und Eure Majeſtät kann ihren Weg fortſetzen.“
Der Zug gelangte wirklich ohne irgend einen an⸗ dern Unfall zu der Notre⸗Dame Kirche, unter deren Portal die Geiſtlichkeit, den Coadjutor an der Spitze, den König, die Königin und den Miniſter erwartete, für dexen glückliche Rückkehr ein Te Deum geſungen werden ſollte.
Während des Gottesdienſtes und im Augenblick, da derſelbe ſeinem Ende nahte, kam ein Straßenjunge ganz beſtürzt in die Kirche gelaufen, eilte in die Sa⸗
criſtei, kleidete ſich raſch als Chorknabe, durchſchritt
mit Hülfe der ehrwürdigen Uniform, die er angezogen, die Menge, welche den Tempel füllte, und näherte ſich Bazin, der in ſeinem blauen Gewande und den mit Silber verzierten Fiſchbeinſtab in der Hand mit ern⸗


