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da ihr dieſer Brief Nichts von dem ſagte, was vor⸗ 8
ſeen war, ſo fragte ſie nach den einzelnen Um⸗ ſtänden. 3
D'Artagnan erzählte ihr Alles mit der naiven, ein⸗
fältigen Miene, die er unter gewiſſen Umſtänden ſo gut anzunehmen wußte.
Die Königin betrachtete ihn, während er ſprach, mit wachſendem Erſtaunen; ſie begriff nicht, wie ein Menſch ein ſolches Unternehmen wagen konnte, und noch viel weniger, daß er die Kühnheit hatte, daſſelbe derjenigen zu erzahlen, deren Intereſſe und beinahe Pflicht es war, Strafe dafür zu verhängen.
„Wie, mein Herr,“ rief, als d'Artagnan ſeine Mit⸗ theilung vollendet hatte, die Königin roth vor Entrüſtung, „Ihr wagt es, mir Euer Verbrechen zu geſtehen, Euern Verrath zu erzählen!“
„Verzeiht, Madame, es ſcheint mir, ich habe mich entweder ſchlecht ausgedrückt, oder Euere Majeſtät hat mich ſchlecht verſtanden; es iſt hier weder von einem Verbrechen, noch von einem Verrathe die Rede. Herr von Mazarin hielt Herrn Du Vallon und mich gefangen, weil wir nicht glauben konnten, er habe uns nach Eng⸗ land geſchickt, um dem König Karl I., dem Schwager des ſeligen Königs, Eueres Gemahls, dem Gatten von Frau Henriette, Eurer Schwägerin, Eurem Gaſte, ruhig den Hals abſchneiden zu ſehen, und weil wir Alles thaten, was in unſern Kräften lag, um dem königlichen Märtyrer das Leben zu retten. Wir waren alſo über⸗ zeugt, mein Freund und ich, es müßte hier ein Irrthum obwalten, deſſen Opfer wir wären, und eine Erklärung zwiſchen uns und Seiner Eminenz erſchien uns. uner⸗ käßlich. Soll aber eine Erklärung ihre Früchte tragen, ſo muß ſie ruhig, fern vom Geräuſche und von Ueberläſtigen, ſtattfinden.
*„Wir haben dem zu Folge den Herrn Cardinal in
das Schloß meines Freundes geführt und dort uns


