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Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 25.-27. Bändchen (1848) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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CLXIV. Der letzte Abſchied von Gilbert.

Philipp hatte eine furchtbare Nacht zugebracht; die Tritte auf dem Schnee bewieſen ihm auf das Augenſchein⸗ lichſte, daß ſich Jemand in das Haus eingeſchlichen hatte, um das Kind zu entwenden; aber wen anklagen? Kein anderes Merkmal gab ihm Licht in ſeinem Verdacht.

Philipp kannte ſeinen Vater ſo genau, daß er nicht an einer Mitſchuld von ſeiner Seite bei dieſer Angelegen⸗ heit zweifelte. Herr von Taverney hielt Ludwig XV. für den Vater dieſes Kindes; er mußte einen großen Werth auf dieſes lebendige Zeugniß einer vom König an Madame Dubarry begangenen Untreue legen. Der Baron mußte ebenfalls glauben, Andrée würde früher oder ſpäter ihre Zuflucht zur Gunſt nehmen, und ſie würde dann ſehr theuer nunf Hauptmittel ihres zukünftigen Glückes wieder an ſich kaufen.

Auf eine ganz friſche Offenbarung des väterlichen Charakters gegründet, tröſteten dieſe Betrachtungen einiger⸗ maßen Philipp, der das Kind wiederzuerlangen für mög⸗ lich hielt, da er die Räuber kannte.

Er lauerte daher um acht Uhr auf die Ankunft des Doctor Louis, dem er, auf der Straße auf⸗ und abgehend, das furchtbare Ereigniß der Nacht erzählte.

Der Doctor war ein Mann von gutem Rath; er unterſuchte die Spuren im Garten und trat, nach einiger Ueberlegung, den Vermuthungen von Philipp bei.

„Der Baron iſt mir hinreichend bekannt, daß ich ihn dieſer ſchlimmen Handlung fähig halte. Kann indeſſen nicht dennoch ein anderes Intereſſe, ein unmittelbares In⸗ tereſſe zu der Entwendung des Kindes beſtimmt haben?“

„Welches Intereſſe, Doctor?“.