Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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ſeine Gegenwart andeuteten: dasſelbe ſeltſame Gefühl, dieſelbe Blendung, denſelben Schwindel, dieſelbe Betäu⸗ bung, denſelben Schlaf.

Denſelben Schlaf?.

Ja, einen Schlaf mit Schwindel, deſſen geheimniß⸗ vollen Einfluß ich erkannte, während ich kämpfte, und dem ich unterlegen bin.

Großer Gott! rief Philipp,fahre fort, fahre fort.

Ich entſchlief.

Wo dies?

Auf meinem Bett, deſſen bin ich ſicher, und ich fand mich wieder auf dem Teppich, allein, leidend und eiskalt wie eine Todte, welche aus dem Grabe auferſteht. Als ich erwachte, rief ich Nicole, doch vergebens; Nicole war verſchwunden.

Und dieſer Schlaf war derſelbe?

Ja.

Derſelbe wie in Taverney? derſelbe wie am Tag der Feſtlichkeiten?

Ja, ja.

Die zwei erſten Male hatteſt Du, ehe Du unter⸗ lagſt, dieſen Joſeph Balſamo, dieſen Grafen von Fönir geſehen?

Vollkommen.

Und das dritte Mal ſahſt Du ihn nicht wlieder?

Nein, ſprach Andrée voll Angſt, denn ſie fing an zu begreifen,nein, doch ich errieth ihn.

Gut! rief Philipp;nun ſei ruhig, ſei unbeſorgt, ſei ſtolz, Andrée; ich kenne das Geheimniß; ich danke Dir, liebe Schweſter, ich danke Dir! Ah! wir ſind gerettet!

Philipp nahm Andrée in ſeine Arme, drückte ſie zärt⸗ lich an ſein Herz und ſtürzte, fortgeriſſen durch das Unge⸗ ſtüm ſeines Entſchluſſes, aus dem Zimmer, ohne warten oder hören zu wollen; er lief in den Stall, ſattelte ſelbſt ſein Pferd, ſchwang ſich auf ſeinen Rücken und ſchlug in aller Haſt den Weg nach Paris ein.

Ende des ſechsten Bandes⸗