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„Geht es ſchlimmer bei der jungen Dame?“
„Ach! ich weiß es nicht; doch Sie begreifen, Doctor, wenn man die Leute liebt...“
„Sie lieben Fräulein Andrée von Taverney?“
„Oh! mehr als mein Leben, Doctor.“
Philipp ſprach dieſe Worte mit einer ſolchen Begei⸗ ſterung brüderlicher Liebe, daß ſich der Doctor in ihrer Bedeutung täuſchte.
„Ah! ah!“ ſagte er,„Sie ſind alſo...
Zögernd hielt der Doctor inne.
„Was wollen Sie damit ſagen, mein Herr 2“ fragte Philipp.
„Sie find alſo der...“
„Wer ſoll ich denn ſein, mein Herr?“.
„Eil bei Gott! der Liebhaber,“ erwiederte der Doctor voll Ungeduld.
Philipp machte zwei Schritte rückwärts, fuhr mit der Hand nach der Stirne und wurde bleich wie der Tod.
„Mein Herr,“ ſagte er,„nehmen Sie ſich in Acht, Sie beleidigen meine Schweſter.“
„Ihre Schweſter? Fraͤulein von Taverney iſt Ihre Schweſter?“
„Ja, mein Herr, und ich glaube nichts geſagt zu haben, was auf Ihrer Seite zu einem ſo ſeltſamen Miß⸗ griff Anlaß geben konnte.“
„Entſchuldigen Sie mich, mein Herr, die Stunde, in der Sie mich angehen, das geheimnißvolle Weſen, mit dem Sie das Wort an mich richteten... ich glaubte, ich venunüiei eine zärtlichere Theilnahme, als die brüder⸗ iche... „Oh! mein Herr, ein Geliebter oder ein Gatte wird meine Schweſter nicht tiefer und inniger lieben, als ich ſie liebe.“
„Sehr gut, in dieſem Fall begreife ich, daß Sie meine Vermuthung verletzt hat, und ich bitte Sie um Entſchuldigung; wollen Sie mir erlauben, mein Herr...“
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