Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 21.-24. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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nimm an, was ich Dir biete, denn ich ſchwöre Dir, ich kann Dir nicht mehr bieten.

Das heißt, Sie werden eine Lohndienerin in meine Nähe bringen und ihr ſagen, es ſei hier eine Wahnſinnige, eine kranke, arme, zum Sterben verurtheilte Frau; Sie werden die Krankheit erfinden, und der Lohndienerin ſagen: Schließt Euch mit dieſer Wahnſinnigen ein, pflegt ſie und ich werde Euch für Eure Warte bezahlen, ſobald die Wahn⸗ ſinnige todt iſt. 1

Oh! Lorenza, Lorenza, flüſterte Balſamo.

Nein, das iſt es nicht, und ich täuſche mich, nicht

wahr? fuhr Lorenza höhniſch fort;ich errathe ſchlecht;

was wollen Sie, ich bin ſo unwiſſend; ich kenne die Welt und das Herz der Welt ſo ſchlecht. Nein, Sie werden zu dieſer Frau ſagen:Wacht, die Wahnſinnige iſt ge⸗ fährlich; benachrichtigt mich von allen ihren Handlungen, von allen ihren Gedanken; wacht über ihrem Leben, uͤber ihrem Schlaf; und Sie werden ihr Gold geben, ſo viel eruil denn das Gold koſtet Sie nichts, Sie machen es ſelbſt.

Lorenza, Du redeſt irre: in des Himmels Namen, Lorenza, lies beſſer in meinem Herzen. Dir eine Geſell⸗ ſchafterin geben, meine Freundin, heißt ſo große Intereſſen gefährden, daß Du darüber zittern würdeſt, wenn Du mich nicht haßteſt... Dir eine Geſellſchafterin geben, heißt, wie ich Dir ſchon geſagt habe, meine Sicherheit, meine Freiheit, mein Leben wagen, und dennoch wage ich dies Alles, um Dir einen Verdruß zu erſparen.

Verdruß! rief Lorenza, auf jene wilde furchtbare Weiſe lachend, welche Balſamo ſchauern machte...er nennt das Verdruß.

1Nun wohl, ja, Schmerzen, Du haſt Recht, Lorenza, es ſind brennende Schmerzen. Ja, Lorenza, ich wiederhole es Dir, habe Geduld, und es wird ein Tag kommen, wo alle dieſe Schmerzen ihr Ende nehmen, ein Tag, wo Du frei, ein Tag, wo Du glücklich ſein wirſt. Denkwuͤrdigkeiten eines Arztes. Vl.) 3