Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Mein Oheim! Nein, ich kann nicht von dieſer Frau geliebt ſein; ich weiß jedoch, ich ſage es Dir... und zwar ohne Furcht, weil ſie es nicht erfahren kann, ich würde dieſe Frau über Alles lieben;... aber!

Aiguillon faltete die Stirne.

Aber 2... fuhr er fort.

Ich habe einen herrlichen Plan entworfen; die

Rolle, die mir mein Alter unmöglich macht, werde ich entzweitrennen.

Ah! ah! machte Aiguillon,einer von den Mei⸗ nigen wird Madame Dubarry lieben. Bei Gott! eine ſchöne Aufgabe, eine vollendete Frau!

Hier erhob Richelieu die Stimme.

Du begreifſt, nicht Fronſac, ein unglücklicher, aus⸗ gearteter Menſch, ein Einfaltspinſel, ein Feiger, ein Schuft, ein Schlucker.... Sprich, Herzog, Du ſollſt es ſein.

Ich? rief Aiguillon,ſind Sie verrückt, mein Oheim?

Verrückt! Wie! Du liegſt noch nicht zu den Füßen desjenigen, welcher Dir dieſen Rath gibt? Wie! Du zer⸗ ſchmilzeſt nicht vor Freude, Du brennſt nicht vor Dank⸗ barkeit! Wie! Du biſt nicht ſchon nach der Art und Weiſe, wie ſie Dich empfangen hat, verliebt.. wahn⸗ ſinnig vor Liebe?... Ah!l ah! rief der alte Marſchall,

.ſeit Alcibiades hat es nur einen Richelien in der Welt ge⸗ geben, es wird nur einen geben.. ich ſehe das wohl.

Oheim! erwiederte der Herzog mit einer geheu⸗ chelten oder wirklichen Bewegung, in erſterem Fall war ſie vortrefflich geſpieltmein Oheim, ich begreife, welchen Nutzen Sie aus der Stellung ziehen koͤnnten, von der Sie ſprechen; Sie würden mit dem Anſehen von Herrn von Choiſeul regieren, und ich wäre der Liebhaber, der Ihnen dieſes Anſehen verſchaffen würde; ja, der Plan iſt würdig des geiſtreichſten Mannes von Frankreich, aber

Sie haben, als Sie ihn entwarfen, nur Eines vergeſſen.