Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Und da Eure Majeſtät mir geſtern zu ſagen geruhte, ich ſollte nie als ernſt einen Brief betrachten, der nicht durch das ausdrückliche Wort des Königs ratificirt wäͤre, ſo komme ich, um mir eine Erklärung zu erbitten.

3Sie wird kurz ſein, Herr Herzog, ſprach der König. Heute iſt der Brief gültig.

Gültig, ein für einen ergebenen Diener ſo verletzen⸗ der Brief?

Ein ergebener Diener, mein Herr, läßt ſeinen Herrn nicht eine lächerliche Rolle ſpielen.

Sire, ſagte mit ſtolzem Tone der Miniſter,ich glaubte am Thron geboren zu ſein und die Majeſtät deſſel⸗ ben zu verſtehen.

Mein Herr, dnigeghet der König,ich will Sie nicht ſchmachten laſſen. Sie haben geſtern im Cabinet Ihres Hotels in Verſailles einen Courier von Frau von Grammont erhalten..

Das iſt wahr, Sire.

Er hat Ihnen einen Brief übergeben.

Sire, iſt es einem Bruder und einer Schweſter ver⸗ boten, Briefe zu wechſeln?

Warten Sie, wenn's beliebt, ich weiß den Inhalt dieſes Briefes.

Oh! Sire.

Hier iſt er...; ich habe mir die Mühe gemacht, ihn eigenhändig abzuſchreiben.

Und der König reichte dem Herzog eine genaue Ab⸗ ſchrift des Briefes, den er erhalten hatte.

Sire!

dengnen Sie nicht, Herr Herzog, Sie haben den Brief in ein eiſernes Käſtchen eingeſchloſſen, das im Gang hinter Ihrem Bett angebracht iſt. 1

Der Herzog wurde bleich wie ein Geſpenſt.

Das iſt noch nicht Alles, fuhr der König unbarm⸗ herzig fort,Sie haben Frau von Grammont geantwortet. Den Inhalt dieſes Briefes weiß ich ebenfalls; er iſt hier in Ihrem Portefeuille und erwartet, um abzugehen, nur

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