Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Philipp lief in der That in der Dunkelheit der Nacht keuchend, in Verzweiflung, herbei. Wo iſt meine Schweſter? rief er, als er die

Gruppe auf der Schwelle des Hotel erblickte.

Oh! mein Gott! machte der Baron bleich und wankend.

Andrée! Andrée! rief der junge Mann immer näher kommend;wo iſt Andrée?

Wir haben ſie nicht geſehen, ſie iſt nicht hier, Herr Philipp. Oh! mein Gott! mein Gott! theures Fräulein!? rief Nicole und brach in ein Schluchzen aus.

Und Du biſt zurückgekehrt? ſagte der Baron mit einem Zorn, der um ſo ungerechter erſcheinen muß, als wir den Leſer den Geheimniſſen ſeiner Logik haben bei⸗ wohnen laſſen.

Statt jeder Antwort trat Philipp näher auf ihn zu und zeigte ſein blutiges Geſicht und ſeinen gebrochenen Arm, der wie ein dürrer Aſt an ſeiner Seite herabhing.

Ach! ach! ſeufzte der Greis,Andrée, meine arme Andrée.

Und er ſiel auf die ſteinerne Bank zurück, welche an die Wand neben dem Hauſe angelehnt war.

Ich werde ſie todt oder lebendig wieder finden! rief Philipp mit einer düſteren Miene. 3

Und er begann wieder ſeinen Lauf mit einer fieber⸗ haften Behendigkeit, und während er lief, legte er mit ſeinem rechten Arm ſeinen linken Arm in die Oeffnung ſeiner Weſte. Dieſer unnütze Arm wäre ihm läſtig und beſchwerlich bei der Rückkehr in die Menge geweſen, und wenn er ein Beil gehabt hätte, würde er ihn in dieſem Augenblick abgeſchlagen haben.

Da geſchah es, daß er auf dem unſeligen Todten⸗ felde, das wir beſuchten, Rouſſeau, Gilbert und den finſte⸗ ren Operateur fand, der, roth von Blut, viel mehr der hölliſche Dämon, welcher bei der Metzelei den Vorſitz ge⸗ führt, als der wohlthätige Genius, der dabei Hülfe leiſtete, zu ſein ſchien..