Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 14.-16. Bändchen (1847) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Armer Mann! murmelten einige mitleidige Frauen.

Und es bildete ſich ein Kreis, bereit, ihn zu beklagen, aber beſonders, ihn zu befragen.

Herr von Taverney hatte die volksthümlichen Inſtincte nicht. Es war ihm unbehaglich in dieſem Kreiſe mitleidi⸗ ger Menſchen; er ſtrengte ſich an, um ihn zu durchbre⸗ chen, durchbrach ihn und, ſagen wir es zu ſeinem Lob, machte ein paar Schritte nach dem Platz.

Doch dieſe paar Schritte waren die unüberlegte Be⸗ wegung der väterlichen Liebe, welche nie ganz im Herzen des Menſchen erliſcht. Das Raiſonnement kam ſogleich dem Baron zu Hülfe und hielt ihn raſch zurück.

Folgen wir, wenn es beliebt, dem Gange ſeiner Dialektik.

Vor Allem, Unmöglichkeit, nach der Place Louis XV. zurückzukehren. Es war dort Verſperrung, Metzelei, und es wäre ebenſo albern geweſen, die Wagen, welche vom Platze kamen, durchſchneiden zu wollen, als es wahnſinnig vom Schwimmer wäre, wenn er ſich den Rheinfall bei Schaffhauſen hinaufzuarbeiten verſuchen würde.

Hätte ihn aber auch ein göttlicher Arm in die Menge zurückgeführt, wie eine Frau unter dieſen hundert tauſend Frauen wiederfinden? Wie ſich nicht abermals und um⸗ ſonſt einem Tod, dem man wunderbar entgangen, ausſetzen?

Dann kam die Hoffnung, dieſer Schimmer, welcher ſtets die Franſen der dunkelſten Nacht vergoldet.

War Andrée nicht bei Phllipp, an ſeinem Arme hängend, unter dem Schutz des Mannes und des Bruders?

Er, der Baron, ein ſchwacher, wankender Greis, wäre ganz einfach fortgeriſſen worden; doch Philipp, dieſe glühende, kräftige, lebhafte Natur, Philipp, dieſer ſtählerne Arm, Philipp, verantwortlich für ſeine Schweſter, dies nen unmöglich: Philipp hatte gekämpft und mußte geſiegt haben.

Wie jeder Selbſtſüchtige ſchmückte der Baron Philipp mit allen Eigenſchaften, die der Egoismus für ſich ſelbſt ausſchließt, die er aber bei den Andern ſucht und ſchätzt;