Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : [Erste Abteilung] : 9.-13. Bändchen (1846) Mémoires d'un médecin
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XILII. Der Greis.

Gilbert hatte nicht die Landſtraße gewählt, aus Furcht verfolgt zu werden; er erreichte von Gehölze zu Gehölze einen Wald, in welchem exgendlich anhielt.

Er hatte in drei Bfelſtunden ungefähr anderthalb Lieues zurückgelegt. 8.

Der Fluchtling ſchaute umher: er war ganz allein. Dieſe Einſamkeit beruhigte ihn, er verſuchte es, ſich der Landſtraße zu nähern, welche nach ſeiner Berechnung nach Paris führen mußte.

Aber Pferde, die er, geleitet von orangefarbigen Livreen aus dem Dorfe Roquencourt kommen ſah, erſchreck⸗ ten ihn dergeſtalt, daß er von der Verſuchung, den Land⸗ ſtraßen zu trotzen, geheilt war und ſich wieder in das Ge⸗ hölze zurückwarf.

Bleiben wir im Schatten dieſer Kaſtanienbäume, ſagte Gilbert zu ſich ſelbſt.Wenn man mich irgendwo ſucht, ſo geſchieht es auf der Landſtraße. Dieſen Abend werde ich mich von Baum zu Baum, von Seitenweg zu Seitenweg nach Paris ſchleichen. Man ſagt, Paris ſei groß, ich bin klein, man wird mich dort verlieren.

Dieſer Gedanke kam ihm um ſo beſſer vor, als das Wetter ſchön, das Gehölze ſchattig, der Boden mooſig war. Die Strahlen einer ſcharfen Sonne, welche hinter den Hügeln von Marly zu verſchwinden anfing, hatten die Kräuter getrocknet und aus der Erde jene ſüßen Früh⸗