Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 5.-8. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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lichen Inſtinct, ein menſchliches Geſchöpf dahin treiben, daß es den Tod wünſcht; aber ſie erſtickt in ihm nicht die Furcht vor dem Schmerz. Geneviève empfing offenbar geduldiger und hochherziger den Tod, ſeit Maurice mit ihr ſtarb; doch die Reſignation ſchloß das Leiden nicht aus; und aus dieſer Welt austreten heißt nicht nur in den Abgrund fallen, den man das Unbekannte nennt, es heißt auch im Fallen leiden.

Maurice umfaßte mit einem Blick die ganze gegen⸗ wärtige Scene und mit einem Gedanken die ganze Scene, welche darauf folgen ſollte.

Mitten im Saale ein Leichnam, aus deſſen Bruſt ein Gendarme, als er niederſtürzte, das Meſſer geriſſen hatte, aus Furcht, es könnte Anderen dienen.

Um ihn her Menſchen ſtumm vor Verzweiflung, kaum auf ihn merkend, mit einem Bleiſtift in eine Brief⸗ taſche Worte ohne Folge ſchreibend, oder einander die Hände drückend, die Einen ohne Unterlaß, wie es die Wahnſinnigen thun, einen geliebten Namen wiederholend, der ein Portrait, einen Ring, eine Haarflechte mit Thrä⸗ nen befeuchtend, die Andern wüthende Verwünſchungen gegen die Tyrannei ausſtoßend, ein banales Wort, ſtets von der ganzen Welt verflucht und ſogar zuweilen von den Tyrannen.

Mitten unter dießfn Unglücklichen Sanſon, minder beſchwert durch ſeine vier und fünfzig Jahre, als durch den Ernſt ſeines finſteren Amtes; Sanſon, ſo ſanſt, ſo tröſtend, als es ihm ſeine traurige Sendung zu ſein er⸗ laubte, dem einen Rath, jenem eine traurige Ermuthi⸗ gung ertheilend, und ſtets bewaffnet mit chriſtlichen Wor⸗ ten, um die Verzweiflung wie der Prahlerei zu erwiedern.

Bürgerin, ſagte er zu Geneviève,Sie müſſen das Halstuch ablegen und die Haare aufbinden oder ab⸗ ſchneiden, wenn es beliebt.

Genevisve zitterte.

Auf, meine Freundin, Muth gefaßt, ſprach Lorin mit ſanftem Tone. 4