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19 „Diſticha und Reime?“
„Nein“
„Bahl naht etwa der Welt Ende.“
„Maurice, mein Freund, ich bin traurig.“
„Du traurig?“
„Ich bin unglücklich.“
„Du unglücklich?“
„Ja, was willſt Du? Ich habe Gewiſſensbiſſe.“
„Gewiſſensbiſſe?“
„Ei, mein Gott, ja; Du oder ſie, mein Lieber, es gab keine Mitte. Du oder ſie, Du fühlſt wohl, daß ich nicht zögerte; aber ſiehſt Du, Arthemiſe iſt in Verzweif⸗ lung, es war ihre Freundin.“
„Armes Mädchen!“
„Und da ſie mir ihre Adreſſe gegeben hat...“
„Es wäre viel beſſer geweſen, Du hätteſt die Dinge ihren Lauf verfolgen laſſen.“
„Ja, und zu vieſer Stunde wäreſt Du an ihrer Stelle verurtheilt. Trefflich geſprochen, theurer Freund. Und ich kam hierher, um einen Rath von Dir zu ver⸗ langen, weil ich Dich für ſtarker hielt.“
„Gleichviel, verlange ihn immerhin.“ 3
„Verſtehſt Du, ich wollte etwas verſuchen, um das arme Mädchen zu retten. Ich glaube, es müßte mir wohlthun, wenn ich fuͤr ſie einen guten Schlag geben oder empfangen würde.“ 1
„Du biſt ein Narr, Lorin,“ ſprach Maurice die
Achſeln zuckend.
„Laß hören, wenn ich einen Schritt bei dem Revo⸗ lutionstribunal thäte?“
„Es iſt zu ſpät, ſie iſt verurtheilt.“ „ In der That, es iſt abſcheulich, daß man die arme junge Frau auf dieſe Art ſoll ſterben ſehen.“
„Um ſo abſcheulicher, als meine Rettung ihren Tod zur Folge gehabt hat. Im Ganzen muß es uns jedoch
vi⸗ 4 tröſten, daß ſie conſpirirte.“
„Ei, mein Gott, conſpirirt nicht Jedermann mehr


