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Bei dieſen Worten ſchien die Frau Tiſon zu erwachen, gab einen furchtbaren Schrei von ſich und wollte vor⸗ ſtürzen, um ihre Tochter noch einmal zu umarmen: doch die Gendarmen verhinderten ſie daran.
„Ich verzeihe Dir, meine Mutter,“ rief die Tochter, während man ſie fortſchleppte.
Die Frau Tiſon ſtieß ein wildes Gebrülle aus und
ſiel wie todt nieder. 8 8„Edles Mädchen!“ murmelte Morand mit einer ſchmerz⸗
lichen Bewegung.
XXV. Das Billet.
In Folge der von uns erzählten Ereigniſſe kam eine letzte Scene als Vervollſtändigung des Dramas hun⸗ das ſich in ſeinem düſteren Gange zu entrollen anfing..
Die Frau Tiſon, niedergeſchmettert durch das, was vorgefallen war, verlaſſen von denen, welche ſie begleitet hatten, denn es liegt etwas Gehäſſiges ſogar in den unfrei⸗ willigen Verbrechen, und es iſt ein ſehr großes Verbrechen, wenn eine Mutter ihr Kind tödtet, ſelbſt wenn es in einem Uebermaß patriotiſchen Eifers geſchieht, die Frau Tiſon, nachdem ſie eine Zeit lang in einer völligen Unbeweglich⸗ keit verharrt war, erhob das Haupt, ſchaute irre umher, ſtieß, als ſie ſich allein ſah, einen Schrei aus und ſtürzte nach der Thüre.
Einnige Neugierige, noch hartnäckiger als die Anderen, ſtanden an dieſer Thüre; ſie traten auf die Seite, als ſie
die Tiſon erblickten, deuteten mit dem Finger auf ſie und
ſagten zu einander:


