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Das Gerücht erreichte daher furchtbar und drohend
die Rue Vieille⸗Saint⸗Jarques und zwei Stunden nach der Verhaftung von Maurice erfuhr man dort dieſe Ver⸗ haftung. Durch die Thätigkeit von Simon waren die Einzeln⸗ heiten des Complottes ſchnell aus dem Temple hinausge⸗ drungen, nur hatte die Wahrheit, die Jeder mit einigen erdichteten Zuſätzen ſchmückte, bei dem Meiſter Rothgerber einige Veränderungen erlitten; man ſagte, es handle ſich um eine vergiftete Blume, die man der Königin zugeſteckt und mit deren Hülfe die Oeſterreicherin ihre Wachen hätte einſchläfern ſollen, um aus dem Temple zu entfliehen. Dieſen Gerüchten fügte ſich ein gewiſſer Verdacht über die Treue des am Abend zuvor von Santerre entlaſſenen Ba⸗ taillon bei, ſo daß bereits mehrere Opfer dem Haſſe des Volkes bezeichnet waren.
Doch in der Rue Vieille⸗Saint⸗Jacques täuſchte man ſich, und zwar aus Gründen, durchaus nicht über die Na⸗ tur des Ereigniſſes, und Morand und Dirmer entfernten ſich ſogleich und ließen Geneviève der heftigſten Verzweif⸗ lung preisgegeben zurück.
Begegnete Maurice ein Unglück, ſo war wirklich Ge⸗ neviève die Urſache dieſes Unglücks. Sie hatte an der Hand den blinden jungen Mann bis in den Kerker ge⸗ führt, wo er eingeſchloſſen war, und aus welchem er aller Wahrſcheinlichkeit nach nur hervorgehen würde, um das Schaffot zu beſteigen.
Doch in jedem Fall ſollte Maurice nicht mit ſeinem Kopfe ſeine Hingebung gegen eine Laune von Geneviève bezahlen. Wurde Maurice verurtheilt, ſo klagte ſich Ge⸗ neviève ſelbſt bei dem Tribunal an, ſie geſtand Alles. Sie nahm die Verantwortlichkeit auf ſich, auf ſich allein, wohl verſtanden, und auf Koſten ihres Lebens rettete ſie Maurice.
Statt zu zittern bei dem Gedanken, für Maurice zu ſterben, fand Geneviéve im Gegentheil eine bittere Glück⸗ ſeligkeit hierin.


