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„Ich habe meine Ehre verpfändet, Stillſchweigen zu beobachten.“
„Und ich habe meine Ehre verpfändet, Dich ſprechen zu machen.“
„Aber warum dringſt Du denn ſo ſehr in mich?“
„Damit... alle Wetter! damit Maurice nicht der Hals abgeſchnitten wird.“
„Ah! mein Gott! Maurice guillotinirt?“ rief die junge Frau erſchrocken.
„Ohne von mir zu ſprechen, der ich wahrhaſtig nicht dafür zu ſtehen wage, daß ich den Kopf noch auf meinen Schultern habe.“ 3
„Ohl nein, nein, das hieße ſie unfehlbar verderben.“
In dieſem Augenblick ſtürzte der Willfährige von
Lorin in das Zimmer von Arthemiſe und rief:
„Ahl Bürger, rette Dich! rette Dich!“
„Und warum dies?“ fragte Lorin.
„Die Gendarmen haben ſich bei Dir gezeigt; wäh⸗ rend ſie die Thüre einſtießen, erreichte ich das Nachbar⸗ haus uͤber das Dach kletternd und lief hierher, um Dich zu benachrichtigen.“ 3
Arthemiſe ſtieß einen furchtbaren Schrei aus.
„Arthemiſe,“ ſprach Lorin, indem er ſich aufrecht vor ſie ſtellte,„vergleichſt Du das Leben eines Strãäußer⸗ mädchens mit dem von Maurice und mit dem Deines Ge⸗ liebten? Wenn dem ſo iſt, ſo höre ich auf, Dich für die Göttin Vernunft zu halten, und erkläre Dich für die Göt⸗ tin Tollheit.“
„Arme Heloiſe!“ rief die Ertänzerin der Oper,„es
iſt nicht mein Fehler, wenn ich Dich verrathe.“
„Gut! gut! liebe Freundin,“ ſprach Lorin, indem er Arthemiſe ein Papier bot.„Du haſt mich bereits mit dem Taufnamen beſchenkt, ſchenke mir auch den Familien⸗ namen und die Adreſſe.“
„Ohl den Namen ſchreiben, nie! nie!“ rief Arthe⸗ miſe,„ich will ihn Dir ſagen.“
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