Teil eines Werkes 
Der Chevalier von Maison-Rouge : Episode von 1793 : 1.-4. Bändchen (1847) Le Chevalier de Maison-Rouge
Entstehung
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Deputation der Freiwilligen, welche in der Getreidehalle zu Mittag geſpeiſt haben und vor ihm zu defiliren verlangen.

Sogleich wurden die Thüren geöffnet und ſechs hun⸗ dert mit Säbeln, Piſtolen und Piken bewaffnete Leute er⸗ ſchienen halb betrunken und defilirten unter dem Beifall⸗ geklatſche der Menge, während ſie mit lautem Geſchrei den Tod der Verräther forderten.

Ja, antwortete ihnen Collot⸗d'Herbois,ja, meine Freunde, trotz der Intriguen werden wir Euch und die Freiheit retten.

Und dieſe Worte wurden mit einem Blik auf die Girondiſten begleitet, der ihnen begreiflich machte, daß ſie noch nicht ganz außer Gefahr waren.

Sobald die Sitzung des Convents beendet war, ver⸗ breiteten ſich die Montagnards bei den andern Clubs, liefen zu den Cordeliers und zu den Jacobinern und ſchlu⸗ gen vor, die Verräther außer das Geſetz zu ſtellen und ſie noch in dieſer Nacht zu erwürgen.

Die Frau von Louvet wohnte in der Rue Saint⸗ Honoré, in der Nähe der Jacobiner. Sie hört Geſchrei, geht hinab, tritt bei dem Club ein, vernimmt den An⸗ trag und ſteigt in aller Eile wieder hinauf, um ihren Gatten zu benachrichtigen. Louvet bewaffnet ſich, laͤuft von Thure zu Thüre, um ſeine Freunde in Kenntniß zu ſetzen, findet ſte Alle abweſend, erfährt von dem Diener von einem derſelben, daß ſie bei Pöétion ſind, begibt ſich auf der Stelle dahin, ſieht ſie ruhig über ein Deeret ſich berathen, das ſie am andern Tage vorlegen ſollen, und von dem ſie, getäuſcht durch eine zufällige Majorität, glauben, ſie wer⸗ den es durchſetzen. Er erzählt ihnen, was vorgeht, theilt ihnen ſeine Befürchtungen mit, ſagt ihnen, man habe Schlimmes gegen ſie bei den Jacobinern und den Corde⸗ liers im Sinne und fordert ſie kurz auf, ihrerſeits eine

energiſche Maßregel zu ergreifen.

Da erhebt ſich Pétion, ruhig und unempfindlich wie gewöhnlich, geht an das Fenſter, öffnet es, ſchaut den