Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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Aber warum verlaßt Ihr mich? fragte die Prinzeſſin.

Ich habe nur noch wenige Tage zu leben, Ma⸗ dame, antwortete die Vicomteſſe,und dieſe wenigen Tage möͤchte ich gern zum Werke meines Heils an⸗ wenden.

Claire, liebe Claire, rief die Prinzeſſin,bedenkt doch...

Madame, unterbrach ſie die Vicomteſſe,ich wage es, mir zwei Gnaden von Euch zu erbitten; darf ich hoffen, daß Ihr ſie mir gewähren werdet?

Ahl ſprecht, ſprecht, denn ich bin glücklich, etwas für Euch thun zu können.

Ihr könnt es.

Dann nennt dieſe Gnaden.

Die erſte iſt die Bewilligung der ſeit dem Tode von Frau von Montivy erledigten Sainte⸗Radegonde⸗ Abtei.

Euch eine Abtei, liebes Kind! Ihr denkt nicht

daran.. Die zweite, Madame, fuhr Claire mit einem leichten Zittern der Stimme fort,die zweite beſteht darin, daß es mir erlaubt ſein möge, auf meinem Gute Cambes den Leib meines von den Einwohnern von Bordeaur er⸗ mordeten Bräutigams, des Herrn Baron Raoul von Ca⸗ nolles, beſtatten zu laſſen.

Die Prinzeſſin wandte ſich, ihre kraftloſen Hände an ihr Herz preſſend, ab. Der Herzog von Larocheſoucault erbleichte und gerieth in ſichtbare Verwirrung. Lenet öſſ⸗ nete die Thüre des Saales und entfloh.

Euere Hoheit antwortet nicht? ſprach Claire: ſchlägt ſie mir meine Biiten ab? ich habe vielleicht zu viel verlangt?

Frau von Condé hatte nur noch Kraft genug, um mit dem Kopfe ein Zeichen der Einwilligung zu machen; dann ſiel ſie ohnmächtig in ihren Lehnſtuhl. 2

Claire wandte ſich wie eine Bildſäule um, man öff⸗