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dem feuchten Boden auf die Kniee;„mein Gott! mein Gott!“
Das war ihr einziges Gebet. Ein einziges Wort bot ſich ihrem Geiſte, ihr Mund vermochte nur ein Wort zu⸗ articuliren, es war der Name des Einzigen, der ein Wun⸗ der zu ihren Gunſten bewirken konnte.
Die Kammerfrau hatte ſich nicht getäuſcht; es be⸗ wegten ſich in der That Fackeln, das Geſchrei ſchien nä⸗ her zu kommen; man höoͤrte einen Flintenſchuß, dem fünf⸗ zig andere folgten, dann ein gewaltiges Geräuſch, dann erloſchen die Fackeln und das Geſchrei entfernte ſich; der Regen fing an herabzuſtürzen, ein Sturm brauſte am Himmel; aber was kümmerte ſich die junge Frau darum: ſie hatte nicht vor den Blitzen bange.
Ihre Augen waren beſtändig auf die Stelle geheftet, wo ſie ſo viele Fackeln geſehen, wo ſie einen ſo gewaltigen Lärmen gehört hatte. Sie ſah nichts mehr, ſie hörte nichts mehr, und bei dem Schimmer der Blitze kam es ihr vor, als wäre der Platz leer.
„Oh! ich habe nicht die Kraft, länger zu warten,“ rief ſie.„Nach Bordeaur! man führe mich nach Bor⸗ deaur!“
Ploͤtzlich hoͤrte man ein Geräuſch von Pferden, das ſich raſch näherte.
„Ah!“ ſprach ſie,„endlich kommen ſie. Hier ſind ſie. Adieu, Finette, ziehe Dich zurück, Finette, ich muß allein gehen; nehmt ſie zu Euch auf Euer Pferd, Lom⸗ bard, und laßt Alles, was ich mitgebracht habe, im Wagen.“
„Aber was wollt Ihr denn machen, Madame!“ rief die Kammerfrau ganz erſchrocken.
„Gott befohlen, Finette, lebe wohl!“
„Warum Lebewohl, Madame? Wohin geht Ihr denn?“ f „Ich gehe nach Bordeaur.“


