Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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Frau von Cambes ſtreckte den Arm aus, entriß den Brief den Händen des Boten, überreichte ihn der Prin⸗ zeſſin und rief:

Ich weiß nicht, was dieſer Brief enthält, aber im Namen des Himmels, leſet.

Die Prinzeſſin öffnete den Brief und las ganz laut, während Frau von Cambes, bei jeder Zeile erbleichend, die Worte verſchlang, wie ſie von den Lippen der Prin⸗ zeſſin fielen.

Von Nanon! rief die Prinzeſſin, nachdem ſie ge⸗ leſen hatte.Nanon iſt hier! Nanon liefert ſich aus. Wo iſt Lenet? wo iſt der Herzog? Iſt Niemand da?

Ich bin da, bereit zu laufen, wohin Euere Hoheit will.

Lauft auf die Eſplanade, lauft nach dem Richtplatz, ſagt, man ſolle die Vollziehung des Urtheils verſchieben; doch nein, man würde Euch keinen Glauhen ſchenken.

Und die Prinzeſſin ſprang nach einer Feder und ſchrieb unten an das Billet:Verſchiebt, und übergab den Brief Lffen Barrabas, der aus dem Zimmer eilte.

Oh! murmelte die Vieomteſe,ſie liebt ihn mehr als ich; und, ich Unglückliche! ihr wird er das Leben zu verdanken haben.

Und dieſer Gedanke wirft ſie wie vom Blitze getroſ⸗ fen auf einen Stuhl nieder, ſie, die aufrecht ſtehend alle Schläge dieſes furchtbaren Tages ertragen hatte.

Barrabas verlor indeſſen keine Sekunde; er eilte die Treppe hinab, als ob er Flügel hätte, ſprang wieder auf ſein Pferd und ritt im Galopp nach der Eſplanade fort.

In derſelben Zeit, in der er ſich nach dem Pallaſte begab, war Cauvignac geraden Wegs nach dem Schloſſe Trompette geritten. Beſchützt durch die Nacht, unkennt⸗ lich gemacht durch den breitkrämpigen, über die Augen her⸗ abgeſchlagenen Hut, fragte er hier und erfuhr ſeine Ent⸗ meſchen in allen Einzelnheiten, und wie Canolles für ihn

bezahlen ſollte. Da jagte er inſtinktartig und ohne zu