Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

200

Eueres Unglücksgefährten auf Euch das Schickſal zurück⸗ fallen läßt, für das er beſtimmt war. .Ja, mein Herr, antwortete Canolles,ich vermuthe es wenigſtens; aber deſſen bin ich gewiß, daß die Frau Prinzeſſin meine Perſon namentlich begnadigt hat. Ihr konntet ſo eben meinen Auslaßbefehl in den Händen der Nrau, Dironntrſſe von Cambes ſehen, wie ich ihn geſehen habe.

Es iſt wahr, mein Herr, ſprach der Herzog;aber die Frau Prinzeſſin konnte das, was vorgefallen iſt, nicht ahnen. 1 Alſo nimmt die Frau Prinzeſſin ihre Unterſchrift zurück?

Ja, antwortete der Herzog.

Eine Prinzeſſin von Geblüt bricht ihr Wort!

Der Herzog blieb unempfindlich.

Canolles ſchaute umher und fragte dann:

Iſt der Augenblick gekommen?

Ja, mein Herr.

Ich glaubte, man würde die Rückkehr der Frau Vicomteſſe von Cambes abwarten; man hat ihr verſprochen, es würde nichts in ihrer Abweſenheit vorgehen. Bricht denn heute Jedermann ſein Wort!

Und der Gefangene heftete einen vorwurfsvollen Blick, nicht auf den Herzog von Larochefoucault, ſondern auf Lenet.

Ach! Herr, rief dieſer, Thränen in den Augen, vergebt uns. Die Frau Prinzeſſin hat Euere Be⸗ gnadigung auf das Entſchiedenſte verweigert; daß ich ſie darum angefleht habe, iſt der Herr Herzog Zeuge und Gott auch. Aber es ſollten Repreſſalien für den Tod des armen Richon genommen werden, und ſie war von Stein. Ur⸗

theilt nun ſelbſt, Herr Baron: ſtatt die furchtbare Lage,

in der Ihr Euch befindet, zur Hälfte auf Euch, zur Hälfte auf der Vicomteſſe laſten zu laſſen, wagte ich, ver⸗ zeiht mir, denn ich fühle, ich bedarf Euerer Verzeihung,

2

,-.

D ͤSS

ͤ