Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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Ich weiß es nicht, aber wir wollen uns für jeden Fall bereit halten und dieſelben Vorſichtsmaßregeln neh⸗ men, wie jüngſt. Vollendet die Runde an meiner Stelle; ich kehre in meine Wohnung zurück, wo ich einige Befehle auszufertigen habe.

Vibrac machte ein Zeichen der Beiſtimmung und ent⸗ fernte ſich mit der ganzen militäriſchen Sorgloſigkeit, die den Männern eigenthümlich iſt, welche bei jedem Schritte der Gefahr zu begegnen ausgeſetzt ſind.

Canolles kehrte in ſeine Wohnung zurück und ging mit aller möglichen Behutſamkeit zu Werk, um von Na⸗ non nicht geſehen zu werden; nachdem er ſich verſichert hatte, daß er allein war, ſchloß er ſich ein.

Oben an ſeinem Bette erblickte er das Wappen der Herren von Cambes auf einem von einem goldenen Band umgebenen Stück Tapete.

Canolles hob das Band auf, das, ſich von der Ta⸗ pete losmachend, den Rand einer Thüre zeigte.

Dieſe Thüre öffnete ſich mit dem Schlüſſel, den die Vicomteſſe dem jungen Mann zugleich mit dem Billet hatte zuſtellen laſſen, und die Mündung eines unterirdiſchen Ganges bot ſich, gähnend und ſichtbar in der Richtung des. Schloſſes Cambes ſich vertiefend, den Augen von Ca⸗ nolles.

Canolles blieb einen Augenblick ſtumm und der Schweiß lief von ſeiner Stirne. Dieſer geheimnißvolle Gang, der nicht der einzige ſein konnte, erſchreckte ihn unwillkürlich.

Er zündete eine Kerze an, um denſelben zu unter⸗ ſuchen.

Zuerſt ſtieg er zwanzig ſteile Treppen hinab, dann fuhr er auf einem ſanfteren Abhange fort, in die Tiefe der Erde einzudringen.

Bald hörte er ein dumpfes Geräuſch, das ihm An⸗

fangs bange machte, da er nicht wußte, welcher Urſache

er daſſelbe zuſchreiben ſollte; aber weiter vorrückend er⸗