Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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Ein kurzes ironiſches Lachen war für den Augen⸗ blick die einzige Antwort von Frau von Cambes; aber kaum befand ſie ſich außerhalb des Schloſſes, als ein ſchmerzliches Schluchzen ſich aus ihrer zeriſſenen Bruſt hervordrängte, und ſie rief die Hände ringend:

„Ahl er liebt mich nicht, mein Gott! er liebt mich nicht. Und ich, ich Unglückliche liebe ihn!“

XV.

Als Canolles Frau von Cambes verließ, kehrte er in ſeine Wohnung zurück. Nanon ſtand bleich und unbeweglich mitten im Zimmer. Canolles ging mit einem traurigen Lächeln auf ſie zu; je näher er zu ihr kam, deſto mehr bog Nanon das Knie: er reichte ihr die Hand, ſie fiel zu ſeinen Füßen.

„Verzeiht mir,“ ſprach ſie,„verzeiht mir, Ca⸗ nolles! Ich habe Euch hierher gebracht, ich habe Euch dieſen ſchwierigen und gefährlichen Poſten übergeben laſſen; werdet Ihr getöͤdtet, ſo bin ich die Urſache Eueres Todes. Ich bin eine Selbſtſüchtige und dachte nur an mein Glück. Verlaßt mich, geht.“

Canolles hob ſie ſachte auf und erwiederte:

„Ich Euch verlaſſen! nie, Nanon, nie, Ihr ſeid mir heilig; ich habe geſchworen, Euch zu beſchützen, zu vertheidigen, zu retten; und ich werde Euch ver⸗ theidigen, oder ich ſterbe.“

„Sprichſt Du dies aus dem Grunde Deines Her⸗ zens, Canolles, ohne Zögern, ohne Bedauern?“

„Ja,“ antwortete Canolles lächelnd.

„ Ich danke, mein würdiger, mein edler Freund, ich danke. Siehſt Du, dieſes Leben, an das ich mich anklammerte, ich würde es Dir heute ohne eine Klage