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gehen veranlaſſen. Erfüllt Eure Inſtructionen, wie ſie auch lauten mögen.“
„Madame,“ verſetzte Canolles,„ich weiß zum Glücke noch nicht, wie man eine Frau verfolgt, alſo noch viel weniger, wie man eine Prinzeſſin beleidigt. Ich habe daher die Ehre, Euerer Hoheit zu wiederholen, was ich bereits der Frau Prinzeſſin Wittwe ſagte: ich wäre ihr unterthänigſter Diener.... Habt die Gnade, mir Euer Wort zu geben, daß Ihr das Schloß nicht ohne meine Geſellſchaft verlaſſen werdet, und ich be⸗ freie Euch von meiner Gegenwart, welche, ich begreife es wohl, Euerer Hoheit verhaßt ſein muß.“
3 rlder mein Herr, dann vollzieht Ihr nicht Eure Befehle?“
3 ſgta35 werde thun, was mich mein Gewiſſen thun eißt.“ 3
„Herr von Canolles,“ ſprach die Stimme,„ich ſchwöre Euch, Chantilly nicht zu verlaſſen, ohne Euch zuvor davon in Kenntniß zu ſetzen.“
„Dann, Madame,“ ſagte Canolles, ſich bis zur Erde verbeugend,„dann verzeiht mir, daß ich die un⸗ willkührliche Urſache Eures Zornes geweſen bin. Euere Hoheit wird mich nur wiederſehen, wenn ſie mich rufen läßt.“
„Ich danke Euch, Baron,“ ſprach die Stimme mit einem freudigen Ausdrucke, welcher ſein Echo in dem Bettgange zu haben ſchien.„Geht, geht, ich danke Euch; morgen werde ich das Vergnügen haben, Euch wiederzuſehen.“
Diesmal erkannte der Baron, um ſich nicht ferner zu täuſchen, die Stimme, die Augen und das unbe⸗ ſchreiblich wollüſtige Lächeln des reizenden Weſens, das ihm an dem Abend, wo der unbekannte Reiter ihm den Befehl des Herzogs von Epernon überbracht hatte, gleichſam durch die Hände geſchlüpft war. Es waren jene unfaßbaren Ausſtrömungen, welche die Luft mit Wohlgerüchen ſchwängern, die das geliebte Weib ein⸗


