Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
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„Ich weiß wohl, es iſt ein ſchönes Schauſpiel,“ verſetzte Ferguzon,„aber wir dürſten unſere Plätze et⸗ was theurer bezahlen, als im Hotel de Bourgogne.“

„Madame,“ ſprach der Jagdkapitän, der Prin⸗ zeſſin das Meſſer reichend,„wem will Euere Hoheit die Ehre gönnen, dem Thiere den Fang zu geben?“

„Ich behalte ſie mir ſelbſt vor, mein Herr,“ ant⸗ wortete die Prinzeſſin;„eine Frau von meinem Rang muß ſich daran gewöhnen, Eiſen zu berühren und Blut fließen zu ſehen.“

„Namur,“ ſagte der Jagdkapitän zum Büchſen⸗ meiſter,„haltet Euch bereit.“

Der Büchſenmeiſter trat aus den Reihen und ſtellte ſich, die Büchſe in der Fauſt, zwanzig Schritte von dem Thiere auf. Dieſes Manoeuvre hatte zum Zweck, den Hirſch mit einer Kugel zu tödten, wenn er, zur Ver⸗ zweiflung getrieben, wie dies zuweilen geſchieht, ſtatt die Frau Prinzeſſin zu erwarten, auf ſie losbrechen würde.

Die Frau Prinzeſſin ſtieg vom Pferde, nahm das Meſſer und ging, die Augen ſtarr, die Wangen glühend, die Lippen halb zurückgeworfen, auf das Thier zu, das, beinahe gänzlich unter den Hunden begraben, von einem buntſcheckigen, tauſendfarbigen Teppich bedeckt zu ſein ſchien. Ohne Zweifel glaubte das Thier nicht, der Tod käme zu ihm unter den Zügen dieſer ſchönen Fürſtin, aus deren Hand es vielleicht mehr als zehnmal geäſt hatte; es war auf die Kniee gefallen, ſuchte eine Bewegung zu machen, und man konnte die ſchwere Thräne wahrneh⸗ men, welche den Todeskampf des Hirſches, des Dam⸗ bocks und des Rehs begleitet. Aber es hatte keine Zeit mehr, ſich zu erheben; die Klinge des Meſſers, worauf ein Sonnenſtrahl ſpielte, verſchwand völlig in ſeinem Halſe; der Schweiß ſpritzte bis in das Geſicht der Frau Prinzeſſin, der Hirſch erhob den Kopf, ſchrie ſchmerzlich, warf einen letzten Blick des Vorwurfs auf ſeine ſchöne Gebieterin, fiel und ſtarb.

In demſelben Augenblick verkündigten alle Hörner