Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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wieder auf Deinen Poſten.Verzeihung, Capitän, antwortete ich,aber es iſt noch nicht zu Ende; der arme Herr Heinrich, wer wird ihn denn in ſeine Hängematte nähen? Wenn er auch nur ein einfacher Paſſagier iſt, ſo darf man ihn doch nicht in's Meer werfen, wie einen Hund. 3

Du haſt recht, erwiederte der Capitän,aber

mache geſchwind; ich antwortete durch ein Zeichen mit

dem Kopfe und machte mich an die Arbeit; denn Alles am Bord beeilte ſich, von der armen Leiche ſich zu entfernen. Auch die Ceremonie war nicht lange. Als ich dem Capitän ſagte, daß Herr Heinrich in das Lei⸗ chentuch gehüllt ſei, erwiederte er: Haſt Du ihm eine Kugel an den Fuß befeſtigt?Zwei, Capitän, zwei, erwiederte ich,man ſoll mit ſeinen Freunden

nicht knauſern.Gut, ſagte der Capitän,man

bringe die Leiche auf das Verdec. Ich nahm ſie in meine Arme, trug ſie hinauf; man legte ſie auf das Brett. Der Capitän, welcher ein Irländer und folg⸗ lich katholiſch iſt, ſprach einige Gebete, dann hob man das Brett auf, der Leichnam glitt hinab, fiel in's Meer und verſchwand. Das iſt nun Alles.

Ich danke, ſagte Cäcilie,aber wir müſſen bun dem Orte nahen, wo Du ihn in's Meer geworfen a.

Meiner Treu, mein Fräulein, in fünf Minuten müſſen wir dahin kommen; wenn wir den großen Palmbaum, welchen man auf der uns am nächſten liegenden Inſel ſieht, dem Bugſpriet gerade gegenüber haben, da iſt es.

Und von wo aus hat man ſeinen Körper hinab⸗ geworfen, Samuel?

Vom Backbord, von hier aus können Sie den Platz nicht ſehen, der große Segel verbirgt ihn vor uns; er iſt zwiſchen der Treppe, und zwiſchen den Wandtauen des Beſanmaſts.

Gut, ſagte Cäcilie.