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„Nun,“ ſagtt der Prinz,„das iſt heute der Tag der Taufnamen.“.
„Und was verlangt fie?“
„Sie wünſcht Ihnen, Madame, etwas zu zeigen, was Sie, wie ich gewiß weiß, ſchön finden werden. Ich habe ihr ſogleich geſagt, daß es unnütz ſei, weil Sie gegenwärtig im Begriff ſtehen, öconomiſch zu ſein; aber das arme Kind bat ſo dringend, daß ich den Muth nicht hatte, ſie fortzuſchicken. Ich ſagte ihr, daß ſie warten ſolle, und daß, ſo wie Madame ſie em⸗ pfangen könnten, dies geſchehen würde. Dann hat ſie ſich ſchüchtern in einen Winkel geſetzt, ihren Car⸗ ton auf die Knie nehmend, und ſo harrt ſie Ihrer Befehle.“
„Werden Eure kaiſerliche Hoheit erlauben?2...“ fragte Fernande. 3
„Warum nicht,“ entgegnete der Prinz,„es wird mir ſehr angenehm ſein, dieſes junge Mädchen zu
ſehen, und das zu bewundern, was ſie in ihrem Car⸗
ton hat, den ſie ſo beſcheiden auf ihren Knieen hält.“
„Laſſen Sie ſie hereinkommen,“ ſagte Fernande.
Cornelie ging ſogleich weg und kam nach einem Augenblicke wieder, Mademoiſelle Cäcilie ankündigend. Hinter Cornelia trat die angekündigte Perſon ein.
Es war ein ſchönes, junges Mädchen von neun⸗ zehn Jahren, mit blonden Haaren, roſigem Teint und einer Taille, ſo ſchlank wie Schilf; ſie war in großer Trauer und ganz ſchwarz gekleidet; ihr Kleid hatte nicht die geringſte Verzierung, ebenſowenig ihre Haube von derſelben Farbe; ihre Wangen waren blaß, ihre Augen roth; man ſah ihr an, daß ſie viel gelitten und viel geweint hatte.
Nach der Beſchreibung, welche Mademoiſelle Cor⸗ nelie von der Perſon gab, die ſie zu ſprechen wünſchte, hatte Fernande von Anfang an geglaubt, mit irgend einer jungen Arbeiterin zu thun zu haben, welche be⸗ auftragt iſt, Muſter in der Stadt herumzutragen; aber


