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„Ach, mein Gott, Madame,“ erwiederte Corne⸗ lie,„ja, ich bin es wieder, aber Sie werden mir verzeihen; Herr Eugene will durchaus nicht weg⸗ gehen.“
„Wie, er will nicht weggehen?“
„Nein, er ſagt: er wiſſe, daß Sie nie ſo frühe ausgehen.“
„Wenn auch; aber ich empfange am Morgen nur meine Freunde.“
„Er ſagt, daß er einer von Ihren Freunden ſei.“
„O, zum Beiſpiele? Das wird verwickelt; Eu⸗ gene, ein ſchwarzer Schnurrbart, das Band der Ehren⸗ legion, einer meiner intimen Freunde; iſt es nicht Eugene de Miremont?“
„Nein, Madame, dieſer hier iſt beſſer.“
„Eugene d'Harcourt?“
„O, dieſer hier iſt viel beſſer.“
„Eugene d'Argy?“
„O, der hier iſt unendlich beſſer.“
„Aber wiſſen Sie, Mademoiſelle, daß Sie meine Neugierde aufregen?“
„Uebrigens,“ fuhr die Zofe fort, indem ſie ihrer Gebieterin ein kleines Schmuckkäſtchen von rothem Maroquin in der Größe eines Fünffrankenthalers über⸗ reichte,„übrigens hatte er beigefügt, ſtellen Sie die⸗ ſes Fernanden zu und ſie wird wiſſen, wer ich bin.“
„Fernanden?“.
„Ja, Madame, ſo hat er geſagt.“
„Meiner Treu, ich gebe zu, daß ich nicht die Ge⸗ ringſte der Welt bin,“ ſagte die Schauſpielerin, indem ſie das Schlößchen öffnete und das kleine Schmuckkäſt⸗ chen neugierig betrachtete.“.
„Da ſehen Sie; Ihr Portrait!“ rief die Zofe. „O, wie es Ihnen ähnlich iſt, wie Sie ſo ſchön mit dem Schleier ſind, der da um Ihren Kopf flattert;“
„Mein Portrait,“ murmelte Fernande, indem ſie
ſichtbar durch eine letzte Anſtrengung ihre Erinnerungen


