Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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die einzigen Möblen, welche, abgeſehen von ihrer ex⸗ centriſchen Form und ihren athenienſiſchen Verzierun⸗ gen, zu ihrer Beſtimmung etwas taugten. 8

Die Zierrathen des Kamins waren von derſelben Gattung; die Pendule ſtellte einen großen runden Schild dar, wahrſcheinlich den des Achilles, getragen von vier magern Amoretten, welche unter ſeiner Laſt ſeufzten. Die Candelaber beſtanden aus vier andern Amoretten, die in eine Gruppe vereinigt waren, und deren vier Flambeaux einen vierarmigen Leuchter bildeten.

Wie wir geſagt haben, war Alles, ungeachtet ſei⸗ nes ſchlechten Geſchmacks, reich, kokett, elegant und anziehend durch den Glanz, die Anmuth und die Schön⸗ heit der Sirene, die darin wohnte. Man ſieht, daß wir von unſerem Gegenſtande hingeriſſen ſind, und daß wir wider unſern Willen in den mythologiſchen Styl jener Zeit verfallen.

Die Göttin, welche man in dieſem kleinen Tem⸗ pel anbetete, lag alſo, wie wir angedeutet haben, nach⸗ läſſig hingeſtreckt auf ein Sopha; ſie hatte den An⸗ ſchein, ihre Rolle zu ſtudiren, dachte aber im Grunde an nichts anderes, als wie ſie ihren Peplos tragen und wie ſie ihre Tunika in der neuen Tragödie falten wolle, in der ſie jetzt mitſpielen ſollte. Da öffnete ſich die Thüre und ihr Kammermädchen trat mit jener familiären Haltung ein, die zu gleicher Zeit die Ver⸗ traute der Tragödie und die Zofe der Komödie be⸗ zeichnet, Ismene und Dorine, die Rathgeberin und Bewahrerin der Geheimniſſe. 3

Wie, Sie find es ſchon wieder? rief die Schau⸗ ſpielerin mit einem bezaubernden Anfluge ubler Laune, die, indem ſie einen Tadel auszuſprechen ſucht, zu ſa⸗ gen ſcheint, daß man wohl gethan habe, denſelben zu verdienen.Ich habe doch beſtimmt genug geſagt, daß ich allein ſein will, unbedingt allein, um meine Rolle zu ſtudiren; ich werde dieſe nie auswendig lernen, und