Teil eines Werkes 
2. Bd. (1835)
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ſahen, den ausgelebten Leib des Mannes, vor dem geſtern noch ganz Frankreich ſich in ſcham⸗ loſer Geduld gebeugt hatte. Der erſte Verdacht fiel auf den Herrn von Cany, denn Orleans hatte ſcch öfters laut gerühmt, die Gunſt der Dame

von Cany zu genießen; aber der Prevot von Pa⸗

ris, Tignonville, welcher ſogleich in der ganzen Stadt Nachforſchungen anſtellen ließ, erfuhr gar bald, daß ſich der Herr von Cany ſchon ſeit geraumer Zeit nicht mehr in Paris befinde und auf ſeinem einſamen Schloſſe lebe.

Ha! rief Burgund, ſeine grimmige Freude hinter wilder Entrüſtung über die Unthat verber⸗ gend,ich waͤhne: Frankreich kann keinen ſolchen Schurken erzeugen, wie den, der dies blutige Werk vollbracht. O laßt mich noch einmal das Antliz meines Vetters Orleans betrachten; laßt mich auf ſein kaltes Antliz noch eine warme auf⸗ richtige Thräne weinen. Er näherte ſich der Bahre, und hob den Purpurſamt von der Leiche; da ſtrömte ihm aus der breiten Bruſtwunde des Todten auf's neue friſches Blut entgegen. Schau⸗ dernd warf er ſchnell die Purpurdecke wieder darüber.