„Trinket lieber der Traube Purpurblut, auf daß die Stunde bald ſchlage, in welcher Ihr Euch in Purpur hüllt!“ fügte Iſabelle hinzu und Orleans rief luſtig hinwieder:„Wohlan! Ihr bringt mir den Purpurwein, Ihr werdet mir den Purpur bringen; wie Feuertrank durchſtrömt mich dieſe heitere Zuverſicht; Ihr macht mir die alte Weißagung, daß ich im Purpur ſterben werde, zur Wahrheit; drum kann ich dieſes plumpen Burgunders getroſt ſpotten; er ſchadet mir nichts; und ich will ihn wahrhaftig künftig noch mehr demüthigen.“
Nach dieſen Worten nahm der Herzog die Laute und improviſirte ein ſchmeichelndes Minne⸗ lied zu Ehren der Königin. Er hatte es noch nicht zu Ende geſungen, als eine von den Zofen Iſabellen's leiſe klopfte, eintrat und dem Herzoge meldete, Schas de Courte⸗Heuſe, der vertraute Dienſtmann des Königs, harre am Thore und habe dem Herzog eine Nachricht von äußerſter Wich⸗ tigkeit mitzutheilen.
„Gebt Ihr mir Urlaub, Iſabelle?“ fragte Orleans tändelnd,„daß ich auf kurze Friſt mei⸗ nen Geſang unterbreche? Ich ſchwöre Euch, ich
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