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ſchwunden. Daͤmmernder Duft huͤllte den weiten Naum ein, die Nacht entfaltete ihren heiligen Schleier, die ewigen Sterne wurden ſichtbar in der klaren Hoͤhe, und vergaͤngliche Traͤume ſchweb⸗ ten nieder zu den Sterblichen.
Und nichts waͤre wahr? o dochl liebe Leſer. Wo jenes Doͤrfchen verſchwand, wallen goldne Saaten, das Mitleid hat noch ſeine Altaͤre auf der harten Erde, Kraͤuter ſprießen zum Heil wun— der Herzen, und manche ſanfte Hand iſt ſo ge— ſchickt als bereit, ſie zu verbinden. Auch giebt es wirklich Schaͤtze, welche ſich der Begier verſagen, und nur von der Genuͤgſamkeit gehoben werden. Liebe und Treue wohnen noch unter den Men⸗ ſchen, wenn auch oft verborgen— und wo eine milde Fuͤrſtin den goͤttlichen Vorzug fuͤhlt, der Schutzgeiſt ihres Landes, die Zuverſicht der Be⸗ draͤngten, die Verehrung der Trefflichſten zu ſeyn: da bluͤhen in ſtillen Thaten und Tugenden ihres Geſchlechts Roſen fuͤr den Himmel, die keine Zeit zerſtoͤrt.
Berlin, gedruckt bei A. W. Hayn.


