302
um auf Vergebung Anſpruch machen zu koͤnnen, daß es daher gewiß das Beſte ſey, wenn ich mein Le⸗ ben eigenmaͤchtig beendigen wuͤrde, bevor noch die wenigen Jahre verliefen. Eben ſo wollte ich manch⸗ mal hinter Kloſtermauern Schutz ſuchen, um mir durch Bußuͤbungen und Gebete jene himmliſche Barmherzigkeit zu verdienen. Welche Gebete wuͤr⸗ den aber hinreichend geweſen ſeyn meine Verbre⸗ chen ungeſchehen zu machen?“
„Von den ſchrecklichſten Gedanken gequaͤlt, und aller Huͤlfsmittel entbloͤßt, uͤberließ ich mich der Klein⸗ muͤthigkeit, und ſprang in einem Anfalle der Ver— zweiflung mit dem feſten Entſchluſſe, mein kuͤnf⸗ tiges Schickſal zu erfahren, in den Fluß.“
„Leider! wollte es aber mein Geſchick nicht ſo. Fernando entriß mich den Wellen, und brachte mich in Denia's Haus. Dort war es, wo ich mein Gemuͤth das erſte Mal zum Himmel erhob, und nach Beiſpielen ſeiner Guͤte und Barm⸗ herzigkeit forſchte. Unzaͤhlige Beweiſe dieſer gren— zenloſen Guͤte ſtiegen jetzt in mir empor, waͤhrend ein Hoffnungsſtrahl die Dunkelheit meiner Seele durchzuckte.“
„Mit einem Male wurde ich in dieſen Be⸗ trachtungen aber durch Raolo's Eintritt unter⸗ brochen, der mir eroͤffnete, daß mich ein fremder
ſchwar ſicher ner fuͤ ergeben ges ne wohl? und d Naol Hand, mich Fluſſe morde
„
Wurn Gebete
nem g


