Teil eines Werkes 
2. Th. (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

ein Hauptzug in dem Character ſeines Gegners waͤre, das innigſte Vergnuͤgen aus der Betrach⸗ tung des Elendes ſeiner Nebenmenſchen zu ziehen. Durch jenen Hohn auf das Aeußerſte getrieben, be ſchloß er nichts unverſucht zu laſſen, Almiren zu retten, und eilte zu ſeinem Freunde dem Marquis de Denia, den er tiefſinnig, das geſenkte Haupt in die hohle Hand geſtuͤtzt, in ſeiner Bibliothek ſitzend antraf.

Eben recht, daß Du koͤmmſt, um mich der fuͤrchterlichſten Gedankenfluth zu entreißen, rief ihm Albert ſchon beim Eintritte entgegen.Lei⸗ der! erlebe ich faſt taͤglich die ſonderbarſten und unbegreiflichſten Ereigniſſe, ohne daß es mir moͤglich iſt, ihren Urheber zu ergruͤnden. Kaum wachte ich dieſen Morgen auf, als ich mich halb angekleidet nach meinem Garten begab, die kuͤhlen Stunden zu genießen. Seelenvergnuͤgt uͤber das Gezwitſcher der Voͤgel, welche in ganzen Zuͤgen die Mandel⸗ und Pommeranzenbaumhaine durchſtrichen, ließ ich mich auf einer Raſenbank nieder, als ploͤtzlich Fuß⸗ tritte durch das auf dem Boden liegende duͤrre Laub rauſchten und ich eine lange hagere Figur auf mich zukommen ſah, die ſich in einen ſchwarzen Mantel bis uͤber die Naſe verhuͤllt hatte. Augen⸗ blicklich erinnerte ich mich des Fremden aus der

1 4