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„Iſt Geſchick Nichts, Fräulein Ellrich?“ fragte Emma Grunow ein wenig ſpitzig und ſpöttiſch.
„Geſchick iſt kein Genie, erwiderte das kleine Fräulein Ellrich raſch.„Keine Kunſt!“ fiel der blonde Wiesner ein.„Keine Poeſie,“ ſtimmte das Fräulein von Wartens⸗ leben bei.
Grunow ſtrich ſich nachdenklich mit der Hand über die Lippen.„Geſchick iſt gut,“ ſagte er,„es iſt die Ma⸗ ſchine, durch deren Manipulation Genie, Kunſt und Poe⸗ ſie zu gangbaren Artikeln verarbeitet werden.“
Der Meiſter hatte geſprochen, die Jüngerinnen wagten keine Widerrede. Es kam dadurch, daß Emma aufſtand, um zu ſchellen und zu befehlen, daß man das Theegeſchirr abtrage, etwas Bewegung in den Kreis. Fräulein von Wartensleben ging zu Grunow, während Cäcilie plötzlich das kleine Fräulein Ellrich neben ſich ſah. Die etwas verwachſene Geſtalt ſteckte in einem äußerſt aufgeblähten ſeidenen Kleid, deſſen Farbe Cäcilie unwillkürlich an die Blüte des Judasbaumes erinnerte. Sie konnte das bläuliche Roth dieſer Blüte nicht leiden, überhaupt gefielen ihr alle Bäume nicht, welche die Ge⸗ duld nicht hatten mit den Blüten zu warten, bis die Blätter da wären. Vielleicht war ihr nun dieſer Ge⸗ dankenverbindung wegen die Nähe von Fräulein Ellrich
unangenehm, vielleicht mißfielen ihr auch die ſcharfen


