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Perſönlichkeit und Emma hatte ihr Selbſtbewußtſein als ſeine Gattin. Zugleich auch ein perſönliches. Sie empfand ſich als eine kleine geſcheidte Frau mit viel geſunden Verſtand und einem richtigen inſtinktiven Ur⸗ theil. Bisweilen lief auch ein Vorurtheil mit unter, und das war gut. Eine hübſche junge Frau, eine Frau überhaupt ohne alle kleinen oder ſelbſt ohne große Vor⸗ urtheile— behüte der Himmel jeden Mann vor einem ſol⸗ chen Unweſen von Vollkommenheit in der Vernunft! Zum Glück iſt ein ſolches ſelten zu finden, wenigſtens die Hälfte der Vorurtheile in der Welt ſind weiblichen Geſchlechtes. Es kommen ihrer ſogar oft zu viele auf eine Perſon. Das war nun bei Emma Grunow nicht der Fall, ſie hatte nur ihr richtig zugewogenes Theilchen. Eines davon berührte Grunow ſchon bei der Vorſtellung. „Meine Frau,“ ſagte er,„die durchaus nur Bücher von Männern leſen will.“—„Ja?“ fragte Cäcilia unbefangen, indem ſie mit ſichtlichem Wohlgefallen die hübſche Hausherrin betrachtete.
„Sie ſind gewiß nicht Schriftſtellerin,“ ſagte Emma mit hellen Augen fragend zu ihr aufblickend.—„War⸗ um glauben Sie das?“ fragte Cäcilia ſtill beluſtigt.
„Weil Sie ſonſt eine Empfindlichkeit über meinen Geſchmack blicken laſſen würden.“
„Was den Geſchmack anbetrifft, ſo bin ich liberal,“


