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Cäcilie.„Ich bin durchaus unſpekulativ. Was die Philoſo⸗ phie als eine Wiſſenſchaft anpreiſt, iſt mir immer als höchſt unwichtig vorgekommen.“
„Das las ich aus Ihrem Buche.“
„Es freut mich, daß Sie es geleſen haben,“ ſagte
Cäcilie, ohne im Mindeſten die geſchmeichelte Eitelkeit einer neuen Schriftſtellerin zu verrathen, die ſich von einem Oberſten in der Heerſchaar bemerkt ſieht. Ebenſo unbefangen fragte ſie:„Hat es Ihnen gefallen?“
Grunow lächelte jetzt nicht länger nur halb, aber ſein Lächeln verwirrte Cäcilie ſo wenig, wie es ſeine Erwähnung ihres Buches gethan. Sie wartete nun auf ſeine Antwort.
Er überlegte ſie ſich ein wenig. Dann ſprach er: „Ja und Nein. Was die Form betrifft, ganz. Sie ſchreiben mit einer Mäßigung, die beſonders von einem ſo jun⸗ gen Mädchen bewunderungswürdig iſt, die Frauen ſagen ſonſt immer zu viel, das weiſe Verſchweigen iſt faſt die Sache von keiner. Sie dagegen ſagen eher zu wenig. Ich hätte Sie Ihrem Buche nach für bedeutend älter gehalten.“
„Ich bin nicht mehr ſo ſehr jung, Vierundzwan⸗ zig Jahr.“
„Alſo, als Sie das Buch ſchrieben, erſt Zwanzig. Warum haben Sie ſeitdem nicht wieder geſchrieben 24
„Weil ich nichts Neues zu ſagen hatte.“


